Ein Tag als Kampfrichter – Die Kehrseite der Medaille

Ein kurzer Einblick in den Alltag eines Kampfrichters: In einem persönlichen Erfahrungsbericht nehmen wir euch mit auf einen «Day in the Life of a Referee» und zeigen, wie aus einem zunächst ungeliebten Einsatz eine überraschend positive Erfahrung wurde.

Harter Start

Was zunächst als ungeliebter Samstagseinsatz begann, entwickelte sich zu einer überraschend positiven Erfahrung.

Um 06:00 Uhr klingelte der Wecker. Die Motivation für den bevorstehenden Kampfrichtereinsatz in Uznach hielt sich in Grenzen. Nach einer turbulenten Anreise und einer ungewöhnlichen Flucht durch die Heckklappe des Autos begann der Tag mit einer kurzen Kampfrichterinstruktion.

Die harte Realität auf Matte 2

Gemeinsam mit Damian Ulrich und dem erst elfjährigen Emanuel Kamberi bildete ich das Kampfrichter-Trio auf Matte 2. Nach anfänglichem Zögern stand ich schliesslich selbst auf der Matte.

Das plötzliche Umspringen der Gefühle

Mit dem ersten Anpfiff änderte sich meine Einstellung schlagartig. Die Wettkampfatmosphäre weckte vertraute Gefühle aus meiner eigenen Zeit als Ringer. Plötzlich galt es, blitzschnell Entscheidungen zu treffen: zwei oder vier Punkte? Rot oder blau?

Die ersten Kämpfe verliefen noch etwas holprig, doch mit jedem Einsatz wuchsen die Sicherheit und vor allem die Freude an der Aufgabe.

Ein unerwartetes Fazit

Nach insgesamt fünf Einsätzen war der Tag überraschend schnell vorbei. Statt Erleichterung verspürte ich beinahe Enttäuschung, dass es bereits zu Ende war.

Als Kampfrichter ist man näher am Geschehen als jeder andere. Man erlebt die Emotionen der Athleten unmittelbar und trägt eine grosse Verantwortung. Gleichzeitig wurde mir bewusst, wie anspruchsvoll diese Aufgabe körperlich und mental ist.

Was als ungeliebte Verpflichtung begann, wurde zur Entdeckung einer möglichen neuen Leidenschaft. Auch wenn mir aktuell die Zeit für eine Kampfrichterausbildung fehlt, könnte ich mir diesen Weg durchaus vorstellen.

Ich kann jedem empfehlen, selbst einmal einen solchen Einsatz zu übernehmen. Vielleicht entdeckt dabei jemand seine Begeisterung für das Kampfrichterwesen und verstärkt künftig unsere RRB-Familie.